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INTERVIEW: LARS RUPPEL – SLAMPOET-GOTT

INTERVIEW: LARS RUPPEL – SLAMPOET-GOTT

Lars Ruppel ist Poetry Slammer, hält Workshops und ist immer wieder als Moderator tätig. Und genau als dieser kommt er diesen Donnerstag, den  24. August nach Gießen zum Kultursommer 2017 auf den Schiffenberg. Im Gepäck hat er verschiedene Slammer und Slammerinnen. Wir haben Lars vorab einige Fragen gestellt.

 

Fangen wir ganz vorne an. Lars, wie bist du zum Poetry Slam gekommen?
Ein Junge aus meiner Schule, der schon länger Poetry Slam machte, zog mich aus meiner traurigen Existenz und nahm mich mit auf einen Poetry Slam. Dort gab es Erlebnisse und Freibier, das hat mich überzeugt, ich war so 16 oder 17. Als ich mein Abi geschafft hatte wollte ich nicht wie so viele andere Menschen in meinem Alter irgendwas der Sicherheit zu Liebe studieren. Also tat ich das, was ich am besten konnte: Gedichte schreiben und vortragen.

 

In deinen Texten, verwendest du immer relevante und aktuelle Themen und erzeugst so ein gesellschaftliches und politisches Bewusstsein. Wie siehst du die Kraft der Lyrik in diesem Zusammenhang?
Sie hat eine geringe Reichweite und Wirkung, eine ordentliche Parteispende an die Linke verändert mehr im System als drei DIN A Vier Zettel Slam Poetry, da bin ich nüchtern geworden. Trotzdem kann ich es mir nicht vorstellen, die Leute einfach nur mit Comedy unterhalten zu wollen, sowas macht mich traurig. Denn es geht nicht darum, irgendjemand zu bekehren oder zu überzeugen oder zu belehren. Meistens fehlt diesem ganzen Comedy Quatsch jedwede Substanz, auch emotional oder literarisch.

 

Du engagierst dich auch immer wieder für unterschiedliche Projekte. Mit dem Projekt „Hass HILFT#slamHilft hast du im Zuge der Film-Preview des Filmes „Die Blumen von Gestern“ Hasskommentaren im Internet den Kampf angesagt. Wird dieses Projekt weitergeführt?
Nee, das war einmalig. Hat aber Spaß gemacht. Ich helfe Leute beim Einsteigen in den Zug, weise Idioten zurecht, fahre Fahrrad, spende an verschiedene Umweltprojekte und esse so gut wie nie Fleisch, man kann die Welt nur durch regelmäßige Alttäglichkeiten retten.

 

In deinem neusten Buch „Die Kuh vom Eis“ nimmst du dir wieder verschiedene Sprichwörter und Phrasen vor. Wie kam es dazu, dass es genau diese zehn in dein Buch geschafft haben?
Ich weiß nicht, wie man Texte schreibt, wenn ich das wüsste, dann hätte ich schon mehr als nur 5. Irgendwie kommt ein Thema oder eine Redensart und irgendwann steht da ein Gedicht, ich schau da selbst mehr so zu.

 

Am 24. August moderierst du das Poetry Slam Open Air des Giessener Kultursommers 2017. Worauf können wir uns freuen?
Auf einen ganz normalen, Poetry Slam mit sehr guten Leuten und allem, was die Leute an Poetry Slam mögen und nicht mögen.

 

 

Wirst du auch eigene Texte vortragen?
Wahrscheinlich nicht, dafür ist keine Zeit, die anderen Künstlerinnen sind eh besser, haben mehr Bock und sind nicht so oft in Giessen wie ich. Ich moderiere lieber, als dass ich Gedichte vortrage.

 

Was ist das beste Lyrik-Experiment, dass du in der letzten Zeit gehört hast?
Wäre, wäre, Fahrradkette“ von Lothar Matthäus

 

Wo ist dein liebster Platz in Gießen?
Die Wieseckauen, das Jokus und das Stadttheater. 20. September ist im Jokus wieder Slam.

 

Vielen Dank Lars für deine Zeit!

 


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