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ANNA GASKELL: HIDE AND SEEK

ANNA GASKELL: HIDE AND SEEK

Der Weg nach New York wird in den kommenden Wochen zum Katzensprung. Die Kunsthalle Gießen präsentiert die erste institutionelle Einzelausstellung der in New York lebenden Künstlerin Anna Gaskell und eröffnet zugleich ihr kuratorisches Programm 2018. Anna Gaskell ist das Zünglein an der Waage, was deine dank der grauen Jahreszeit eingestaubte Fantasie wieder zum aufflammen bringen wird. Scheinbar nach frei Schnauze tummeln sich Anna Gaskells Arbeiten an der blanken weißen Wand. Doch mir nichts, dir nichts entwickeln sich ihre Arbeiten zu einem wahren Storyboard vor deinem Inneren Auge. Du glaubst mir nicht? Kannst du aber.

Diffuse Auflösung der Fotografien, abrupte Bildausschnitte und verschiedene Videoarbeiten geben dir bis zum 08. April 2018 einen Einblick in die außerordentlich weitreichenden Arbeiten von Anna Gaskell.  Mit dieser Ausstellung ist Nadia Ismail der wohl beste Einstand in ihr neues Amt als Kuratorin der Kunsthalle Gießen gelungen. Bei der Eröffnung am vergangenen Freitag floss nicht nur der Wein in strömen, sonder auch die Künstlerin selbst war vor Ort. Im persönlichen Gespräch verriet mir Anna, wie viel Energie sie aus dem Filmprojekt SOSW für sich selbst ziehen konnte und warum sie sich ein kleines bisschen in die Polnische Landschaft verliebt hat. Um zu verstehen, was sie damit genau meint, bleibt dir keine andere Wahl, als selbst in die Kunsthalle zu gehen und die den Kurzfilm anzuschauen.

Du denkst dir gerade, dass hört sich ja alles super an, aber eigentlich habe ich von diesem ganzen Kunstding so gar keine Ahnung. Wenn ich davor stehe, sehe ich eine Fotografie und das wars. Gar kein Problem. Deine Lösung ist die Kunstvermittlung. In individuellen Gesprächen, die natürlich an deine Vorkenntnisse angepasst sind, wird die Ausstellung gemeinsam mit dir von hinten nach vorne aufgeräumt. Melde dich einfach vorher bei der Kunsthalle Gießen an. Die Termine sind: 15 bis 17 Uhr:  08.02. | 08.03. | 22.03.  und 11 bis 13 Uhr: 28.01. | 25.02. | 18.03. | 01.04.

Elefantenklo, dein Lifestyle Magazin aus Gießen - Anna Gaskell Ausstellung

 

WAS ERWARTET DICH?

Lichtkontraste. Alleine dem Licht könnte man einen gewissen Horrofilmeinschlag unterstellen. Warme satte Farben treffen auf gezielt eingesetzte Tierfelle. Total nachgestellte Bilder rufen sehr viel mehr hervor, als der erst flüchtige Blick vermuten lässt. Tritt man einen Schritt zurück, so könnte auch um das Bild herum ein Fotoset sein, an dem fleißige Hände die jeweilige Szene entstehen lassen und man befindet sich gar nicht in den Gewölbe mit dem Charakter eines Mädcheninternates.  Willkommen in der Schwebe deiner Interpretation. Viel Spaß beim Herausfinden der Wirklichkeit.

 

1. HIDE (1998)

hide = verstecken, aber auch Tierhaut. Schon die reine Übersetzung ins Deutsche verrät, dass hier deine Vorstellungskraft eine große Rolle spielt. Zu Grunde liegt das Gebrüder Grimm Märchen „Allerleirauh“, in dem die Kleidung der Königstochter sie vor dem sexuellen Begehren des eigenen Vaters bewahren. Oft erscheinen die Posen der dargestellten Mädchen latent erotischen oder brutal. Alleine dein kultureller Kontext, deine Sozialisierung und mediale Prägung entscheiden, was du in den Fotografien siehst.

 

2. ERASERS (2005)

Bloße Erzählung oder doch am eigenen Leib erlebt? Anna Gaskell zeigt mit dem 10:23 minütigen Schwarzweiß-Film „Erasers“ wie sehr das eigene Erinnerungsvermögen, die Fantasie und Empathie eigener Erzählungen beeinflussen können. Neun jungen Mädchen wird die Geschichte eines Autounfalles erzählt, bei dem eine Mutter ums Leben kommt. Eine Woche später sollen sie diese Geschichte wieder geben. Das Erstaunliche daran ist, dass einige Mädchen in ihrer Erzählung sogar in die Ich-Perspektive verfallen, als wären sie live vor Ort gewesen.

 

3. 1991

Bildausschnitt, nichts geht über Bildausschnitt. Gepaart mit partieller Unschärfe wirken die drei großen Fotografien der Serie „1991“ wie Standbilder aus einem Film. Sie greifen die erzählerische Form des Triptychons auf. Nachgestellt wird der Verlust von Annas Vater, der eines Tages spurlos im Wald verschwand.

 

4. SOSW BALLET

Tanz sagt mehr als 1000 Worte. Gemeinsam mit den Kindern der Sonderschule Podgorki (SOSW) in Polen kreierte Anna Gaskell diesen 27 minütigen experimentellen Kurzfilm. Die Schule unterstützt Kinder mit leichten bis schweren Lernstörungen. Sprache kommt schnell an ihre Grenzen, doch die Sprache des Tanzes ist universell. Musikalisch und bildgewaltig geht es in den Blickwinkel der Kinder.

 

5. REPLAYGROUND (2009)

Hide and Seek erstreckt sich nicht nur in den vier statischen Wände der Kunsthalle Gießen, sondern auch auf den virtuellen Raum. In Kooperation mit blinkvideo. Mediaart, einer Onlineplattform für internationaler Videokunst, zeigt Anna Gaskell während der gesamten Laufzeit der Ausstellung in Gießen das Video Replyground. Hier kommst du zum Video.

 

Elefantenklo, dein Lifestyle Magazin aus und für Gießen - Kunsthalle Gießen, Anna Gaskell

 

Anna Gaskell. Hide and Seek
kuratiert von Nadia Ismail
27.01. bis 08.04.2018
Dienstag bis Sonntag 10.00–17.00 Uhr
Kunsthalle Gießen
Eintritt: frei

Weitere Infos findest du hier.

 

 


 

Weitere Veranstaltungstipps findest du hier.

 


 

 

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