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INTERVIEW: NO LABEL

INTERVIEW: NO LABEL

Am 17. November können junge Talente aus dem Gießener Raum zeigen was in ihnen steckt. Der No Label Bandcontest bietet seit mehreren Jahren jungen Bands die Möglichkeit ihre Musik in einem professionellem Umfeld einem fachkundigem Publikum zu präsentieren. Früher noch auf Wanderschaft durch verschiedenen Gemeinden, hat der No Label Contest nun seine Heimat in Gießen gefunden. Gerade erst wurde verkündet, dass die Bewerbungsphase bis zum 17. September 2017 ausgeweitet wird. Aufgrund dessen haben wir uns mit Chris aus dem Team rund um den No Label Bandcontest getroffen. Chris arbeitet nicht nur beim Magistrat der Stadt Lich in der Jugendpflege, er ist auch selbst Musiker.

 

Auf den Punkt gebracht, was steckt hinter dem No Label Contest?
Der No Label Contest ist eine ausgewiesene Jugendveranstaltung, mit entsprechender pädagogischer Betreuung und genau das ist unser Alleinstellungsmerkmal. Unsere Veranstaltung können auch Kids besuchen, die zu dieser Uhrzeit eigentlich nicht mehr unterwegs sein dürfen. Gleichzeitig bieten wir neuen Bands die Möglichkeit sich in einem professionellem Umfeld zu zeigen und auszuprobieren. Die Idee ist eigentlich total einfach, die Umsetzung hingegen ist aufwendiger. Unsere Zielgruppe ist zwischen 14 und 21 Jahren, da brauchen wir auch das entsprechende Publikum und das ist schwer zu erreichen.

 

Der diesjährige Headliner ist die Gießener Band Zementfabrik. Wie seid ihr auf sie gekommen?
Eigentlich haben wir die Vorgängerband von Zementfabrik gebucht und hatten quasi schon einen Vertrag. Allerdings formieren sie sich gerade neu und so sind wir auf die Jungs von Zementfabrik gekommen. Klar schauen wir, dass wir auch durch den Headliner ein gewisses Publikum generieren können, wichtiger ist uns aber, dass die Band inhaltlich und stilistisch zu unserem Konzept passt.

 

 

Dieses Jahr gibt es einige Neuerungen. Unter anderem eine Coverversion von einem bestimmten Song. Wie läuft das genau ab?
Dieses Mal dachten wir uns, dass wir mal ausprobieren wollen den Bands eine feste Vorgabe zu machen. Alle Bands bekommen das gleiche Lied und dürfen davon eine Coverversion basteln und dann diese uns präsentieren.

 

Als weitere Neuerung habt ihr den maximalen Altersdurchschnitt auf 23 Jahre erhöht. Warum das?
Das hat einen ganz simplen Grund. Normalerweise würden wir das Durchschnittsalter auf 18 oder vielleicht noch 20 setzten. Allerdings nehmen immer wieder viele Schülerbands am No Label Contest teil. Der Leiter von einer Schülerband ist in der Regel ein Lehrer und der ist ein wenig älter, was der Band den Schnitt versaut. So haben wir den maximalen Altersdurchschnitt korrigiert.

 

Es nutz nichts, wenn da vorne vier oder fünf Menschen stehen, die ihr Instrument technisch perfekt beherrschen.

 

Wie wird eigentlich der Gewinner des Contest ermittelt?
Wir haben eine fünfköpfige Fachjury, die zu 51% in die Wertung eingeht. Die Jury besteht aus Fachleuten, die seit Jahren im Musikbereich tätig sind. Die anderen 49% kommen vom Zuschauervoting. Jeder Zuschauer erhält am Eingang eine Votingkarte. Diese füllt er aus, wenn alle Bands gespielt haben. Direkt im Anschluss wird dann ausgewertet und das Ergebnis bekannt gegeben.

 

Jetzt haben wir soviel über die Rahmenbedingungen gesprochen. Wie läuft der No Label Contest am 17. November überhaupt ab?
Jede Band hat 30 Minuten Bühnenzeit, in der sie auch die Coverversion unterbringen muss. Der Headliner hat eine Dreiviertelstunde und der Gewinner aus dem letzten Jahr eröffnet den Abend immer mit dem Opening Konzert. In der Umbauphase zwischen den verschiedenen Bands haben wir unterschiedliche Programmpunkte. Mal hatten wir ein Improvisationstheater oder auch mal einen Vortrag von der Polizei.

 

Chris aus dem Ora-Team rund um den No Label Bandcontest

Chris aus dem Ora-Team rund um den No Label Bandcontest

 

Was ist dein persönlicher Tipp für die glücklichen Bands, die es in das Programm des Contest geschafft haben? Worauf sollen sie in ihrer Vorbereitungsphase achten?
Es kommt nicht nur auf das musikalische Können an, das ist nicht das absolut Entscheidende. Wichtiger ist der Punkt die Zuschauer mit zunehmen. Die Band muss in der Lage sein mit dem was sie tut die Zuschauer zu begeistern. Sie müssen auch in der Kommunikation was reißen und animieren. Es nutz nichts, wenn da vorne vier oder fünf Menschen stehen, die ihr Instrument technisch perfekt beherrschen, aber dem Publikum nicht vermitteln, was sie da tun.

 

Wie steht es mit den vergangen Gewinnern aus. Habt ihr noch Kontakt und verfolgt was sie tun?
Ein bisschen ja. Zum einen bleibt man durch die verschiedenen Gewinne im Kontakt, zum anderen machen wir immer in irgendeiner Form eine Dokumentation der Veranstaltung. Das passiert mindestens durch Fotos, wobei wir in den letzten Jahren immer jemanden eingeladen haben, der alles per Video dokumentiert und zusammenschneidet. Dies laden wir dann bei YouTube hoch und bekommen so auch die Reaktionen darauf mit. Da der Gewinner immer unser Opener im nächsten Jahr ist, bleibt man auch so im Kontakt. Natürlich trifft man sich auch immer mal wieder so oder bei anderen Festivitäten. Eine lustige Geschichte ist unser derzeitige Mischer. Vor einigen Jahren hat er selbst mit seiner eigenen Band am Contest teilgenommen. Daraus entstanden noch weitere Auftritte wie zum Beispiel beim Bring Anna mit Festival, dass es leider nicht mehr gibt. Angefangen mit diesen Auftritten, sind sie mittlerweile so weit bekannt geworden, dass seine aktuelle Band für ihn ein Fulltime Job ist.

 

Eine qualitativ gute Aufnahme ist heute kein Hexenwerk mehr.

 

Wie bist du eigentlich zu No Label gekommen?
Da muss ich erst einmal was zur Veranstaltung an sich sagen. Die Veranstaltung wird vom Arbeitskreis Kommunale Jugendpflegen und Jugendförderung des Landkreises Gießen veranstaltet. Das sind die offiziellen Stellen, die für Jugendarbeit im Landkreis Gießen zuständig sind. Aus dem banalen Grund der öffentlichen Anbindung an den Nahverkehr, haben wir uns mittlerweile das Jokus in Gießen als Veranstaltungsort ausgesucht. Die Kreisjugendpflegerin des Landkreises Gießen (Selena Peter), des Landkreises Pohlheim (Elke Leyrer), Grünberg (Jennifer Staffa) und ich haben zusammen für die No Label Veranstaltung eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Gemeinsam bilden wir den organisatorischen Hintergrund. Entsprechend unserer persönlichen Stärken haben wir uns die Aufgaben untereinander aufgeteilt. Ich bin selbst auch Musiker und haben auch eine Band. So bringe ich das Know-How aus dieser Ecke mit.

 

Was würdest du einer jungen Band raten, die gerade in Richtung ihrer ersten Aufnahme gehen. Worauf sollte bei der Wahl des Studios geachtet werden oder gibt es sogar eine Alternative?
Durch die heutigen Möglichkeiten des Homerecorrdings ist das für eine Band heutzutage keine ganz wichtige Frage mehr. Eine qualitativ gute Aufnahme ist heute kein Hexenwerk mehr. Ich finde ein gutes Coaching ist das relevante und dann findet sich auch eine Aufnahmemöglichkeit. Man kann einfach zu einer Musikschule gehen, da ist es auch egal ob staatlich oder nicht, und sagen „Wir brauchen eine Aufnahme.“ Will man es eine Runde besser, dann sucht man sich ein Tonstudio, von denen es viele im Kreis gibt. Da würde ich einfach das nehmen, was mir am sympatischsten ist. Denn technisch gibt es da kaum noch Unterschiede. Klar braucht es Leute, die Erfahrung damit haben auf die verschiedenen Spezialitäten von Bands einzugehen und diese berücksichtigen können. Wie gesagt, wichtiger ist ein Coaching, in dem die Band eine Rückmeldung für das was sie tut bekommt. In wieweit das erfolgreich oder eben weniger erfolgreich sein könnte. Da ist auch wieder wichtig zu erkennen, was die Band für einen Anspruch an Erfolg hat. Manchen ist es sehr wichtig und sie sind kommerziell orientiert, anderen ist es weniger wichtig. Für die Bands ist es sehr wichtig, dass sie mit Leuten reden können, die aus dem Metier kommen und wissen worauf es ankommt. Genau deswegen finde ich Veranstaltungen wie No Label auch so gut, denn genau hier haben sie diese Möglichkeit sich auszuprobieren und mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen, um so eine entsprechende Rückmeldung zubekommen.

 

Danke Chris für deine Zeit. Wir sehen uns am 17. November im Jokus Gießen.

 


 

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